Schilddrüsenerkrankungen

Die Schilddrüse bildet Hormone, die für den Stoffwechsel des Menschen lebensnotwendig sind. Erkrankungen der Schilddrüse machen sich durch sehr unterschiedliche Beschwerden bemerkbar.

Beschwerden bei Schilddrüsenerkrankungen

  • Veränderungen von Größe und Struktur der Schilddrüse
  • Schilddrüsenvergrößerung (Kropf, medizinisch Struma)
  • Knoten in der Schilddrüse
  • Funktionsstörungen:
    - Bildung von zu viel Hormonen: Überfunktion
    - Bildung von zu wenig Hormonen: Unterfunktion

Wie entstehen Schilddrüsenerkrankungen?

Sehr häufig ist ein Mangel an Jod Ursache von Schilddrüsenerkrankungen, insbesondere der Schilddrüsenvergrößerung. Besteht über einen längeren Zeitraum ein Jodmangel, können weitere Veränderungen in der Schilddrüse auftreten, wie z.B. gutartige Schilddrüsenknoten.

 

Auch in der Schwangerschaft und bei Einnahme bestimmter Medikamente kann die Schilddrüse vergrößert sein.

 

Schilddrüsenüberfunktion entsteht innerhalb mancher gutartiger Schilddrüsenknoten oder durch immunologische Prozesse wie im Fall der Basedow`schen Krankheit. Auch die häufigste Form der Unterfunktion (Hashimoto-Thyreoiditis) entsteht durch eine Fehlfunktion des Immunsystems.

 

Bei Schilddrüsenkrebs wandeln sich gutartige in bösartige Zellen um, wobei z.T. auch die Vererbung eine Rolle spielt.

 

Wie machen sich Schilddrüsenerkrankungen bemerkbar?

Schilddrüsenerkrankungen können Beschwerden infolge der Größenzunahme der Schilddrüse oder der Hormonveränderungen verursachen.
Bei Schilddrüsenkrebs sind die Patienten anfangs beschwerdefrei.

 

Bei Schilddrüsenvergrößerung

  • Engegefühl am Hals
  • Geräusche beim Atmen, wenn die Schilddrüse auf die Luftröhre drückt
  • Atemnot und Schluckstörungen bei sehr großen Kröpfen.

Bei Überfunktion

  • Gewichtsabnahme, Appetitsteigerung, Durchfall, Haarausfall
  • Schneller Puls, Herzrhythmusstörungen
  • Nervosität, vermehrtes Schwitzen, Müdigkeit
  • Bei der Basedow`schen Krankheit auch Probleme mit den Augen

Bei Unterfunktion

  • Müdigkeit, vermehrtes Schlafbedürfnis, Verlangsamung
  • Depressive Stimmungslage, langsame verwaschene Sprache
  • Verstopfung, Gewichtszunahme
  • Trockene, schuppende Haut, brüchige Nägel und Haare

Wie werden Schilddrüsenerkrankungen diagnostiziert?

Durch relativ einfache Maßnahmen – körperliche Untersuchung, Blutuntersuchung und Ultraschalluntersuchung – können die meisten Schilddrüsenerkrankungen sicher diagnostiziert und einer Behandlung zugeführt werden.

 

Tastuntersuchung

Arzt tastet Größe und Konsistenz der Schilddrüse

 

Ultraschalluntersuchung

Sie dient der Bestimmung von Größe und Struktur der Schilddrüse und gibt Hinweise auf Art und Ursache der Erkrankung

 

Blutuntersuchung

Diese erlaubt die eindeutige Bestimmung der Schilddrüsenfunktion

 

Schilddrüsenszintigraphie

Sie wird durchgeführt, um festzustellen, ob Schilddrüsenknoten Hormone bilden („heiße Knoten“) oder nicht („kalte Knoten“); außerdem zur Abklärung von Ursache und Ausmaß einer Überfunktion

 

Schilddrüsenpunktion

Diese dient zur Entnahme von Schilddrüsenzellen aus einem „kalten Knoten“, die dann näher auf Gut- oder Bösartigkeit untersucht werden

 

Wie werden Schilddrüsenerkrankungen behandelt?

Die Behandlung richtet sich nach Befund und Ursache der Erkrankung:

 

Schilddrüsenvergrößerung

  • meist zunächst Jod in Tablettenform, alternativ oder zusätzlich Schilddrüsenhormon
  • ein großer Kropf oder ein großer Kropf mit vielen Knoten wird operiert.

Überfunktion

  • zunächst Medikamente bis die Schilddrüsenfunktion wieder normal ist
  • dann entweder Operation, vor allem bei einer großen Schilddrüse mit Knoten und jungen Patientinnen oder
  • alternativ eine Radiojodtherapie, einer Form von Strahlentherapie. Der Patient erhält dabei auf einer speziell ausgerüsteten Station radioaktiv markiertes Jod in Kapselform. Da Jod sich nur in der Schilddrüse anreichert, zerstört die radioaktive Strahlung ausschließlich Schilddrüsenzellen. Als erwünschte Folge sinken die Schilddrüsenhormonspiegel.
  • Sonderfall: Die Basedow'sche Krankheit wird über etwa ein Jahr mit Tabletten behandelt; bei einem Teil der Patienten bildet sich die Überfunktion vollständig ohne weitere Maßnahmen zurück.

Unterfunktion

  • Ausgleich des Hormonmangels mit Schilddrüsenhormon in Tablettenform

Schilddrüsenkrebs

  • vollständige Entfernung von Schilddrüse und umgebenden Lymphknoten
  • anschließend je nach Krebsart Radiojodtherapie, um verbliebenes Schilddrüsengewebe zu zerstören.

Was Sie tun können

  • Achten Sie auf eine ausreichende Jodzufuhr, z.B. in Form von Meeresfisch; jodiertes Speisesalz reicht nicht aus! Während einer Schwangerschaft und Stillzeit sollten Sie wegen des erhöhten Bedarfs Jod in Tablettenform einnehmen.
  • An eine Schilddrüsenerkrankung denken! Gerade bei älteren Menschen werden Störungen der Schilddrüsenfunktion oft spät erkannt.