Krebszelle

Der Begriff „Krebsvorsorge“ umfasst in erster Linie die Vermeidung der Entstehung von Krebs durch Ausschalten von Faktoren, die Krebs verursachen oder fördern.

 

Diese Form der Krebsvorsorge wird auch als primäre Prävention bezeichnet. Im weiteren Sinne versteht man unter Krebsvorsorge auch die Durchführung gezielter Untersuchungen zur Früherkennung von Krebs (sekundäre Prävention). Im so genannten Europäischen Kodex zur Krebsbekämpfung sind in 10 Regeln die wichtigsten Ratschläge zum Thema Krebsvorsorge zusammengefasst.

 

ZigarettenVorsorge zur Vermeidung von Krebserkrankungen

Eine gesundheitsbewusste Lebens- und Verhaltensweise trägt entscheidend dazu bei, das Krebsrisiko zu senken. Damit werden Faktoren ausgeschaltet, die die Entstehung von Krebs begünstigen, wie z. B. Rauchen oder die Ernährung. Hier handelt es sich um eine echte Vorsorge. Bisher sind allerdings erst wenige dieser Risikofaktoren bekannt.

Krebsfrüherkennung

Bei vielen Krebsarten sind die Heilungschancen deutlich höher, wenn sie so früh wie möglich erkannt und behandelt werden. Dies gilt insbesondere für Krebserkrankungen der weiblichen Brust, der Prostata, der Haut, des Darms und des Gebärmutterhalses. Diese lassen sich meist durch gezielte Vorsorgemaßnahmen frühzeitig diagnostizieren. Daher wurde in Deutschland das gesetzliche Früherkennungsprogramm eingeführt. Die Kosten für die jährlichen Untersuchungen werden von den Krankenkassen übernommen.

Leider nehmen immer noch viel zu wenig Menschen dieses Vorsorgeangebot an, obwohl der Nutzen nachweisbar ist: Nur etwa jede zweite Frau und jeder sechste Mann lassen sich regelmäßig untersuchen. Etwa die Hälfte aller Krebserkrankungen könnte verhindert bzw. frühzeitig erkannt und dadurch dauerhaft geheilt werden, wenn Risikofaktoren vermieden und Früherkennungsuntersuchungen regelmäßig wahrgenommen würden.
So ist Brustkrebs bis zu 90 %, Hautkrebs in über 90 %, Gebärmutterhals-, Prostata- und Hodenkrebs in über 80 % und Darmkrebs in bis zu 85 % der Fälle heilbar, wenn die Erkrankung frühzeitig erkannt wird. Nutzen Sie daher diese Chancen in Ihrem eigenen Interesse!

Welche Krebsvorsorgeuntersuchungen gibt es?

Das gesetzliche Früherkennungsprogramm schließt die Untersuchung der Brust, der Geschlechtsorgane, des Darms, der Prostata und der Haut ein. Einmal im Jahr sollte eine ärztliche Krebsvorsorgeuntersuchung erfolgen. Neben gezielten Fragen zur Vorgeschichte und möglichen Krankheitserscheinungen werden in diesem Rahmen auch spezielle Untersuchungen durchgeführt:

 

Organ Ab wann? Welche Untersuchung?
Brust 20. Lebensjahr
  • Abtasten der Brust nach Veränderungen,
  • ggf. Röntgenuntersuchung der Brust (Mammographie)
Gebärmutterhals 20. Lebensjahr
  • Tastuntersuchung der Genitalien
  • Entnahme eines Abstrichs zur Zellgewinnung vom Muttermund und Gebärmutterhals mit nachfolgender mikroskopischer Untersuchung
Darm 45. Lebensjahr
  • Untersuchung des Stuhls auf verstecktes Blut
  • Darmspiegelung ab dem 55. Lebensjahr
Prostata 45. Lebensjahr
  • Abtasten der Prostata nach Veränderungen vom After aus
Haut 30. Lebensjahr
  • Untersuchung der Haut auf Veränderungen

 

Achten Sie auf Ihren Körper!

Darüber hinaus sollten Sie selbst wachsam sein und auf mögliche Anzeichen für Veränderungen an Ihrem Körper achten. Unabhängig vom Früherkennungsprogramm sollten Sie Ihren Arzt natürlich jederzeit aufsuchen, wenn Sie Beschwerden haben oder verdächtige Veränderungen bemerken. Gehen Sie lieber einmal zu viel als zu wenig bzw. zu spät zum Arzt und berichten Sie ihm alles, was Ihnen auffällt.

Für Frauen gilt: Untersuchen Sie regelmäßig selbst Ihre Brüste. Anleitung dazu finden Sie z. B. auf den Internetseiten von www.brustkrebs.de (unter "Diagnostik und Früherkennung").

 

Weiterführende Informationen

Krebsinformationsdienst: Kann man Krebs vorbeugen?
http://www.krebsinformation.de/themen/vorbeugung/index.php

Deutsche Krebshilfe
www.krebshilfe.de

Deutsche Krebsgesellschaft
www.krebsgesellschaft.de

Darmkrebs.de
www.darmkrebs.de